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Heilpflanze des Monats

Er wirkt schleimlösend, auswurffördernd, krampflösend, blähungstreibend und schmeckt gut – der Fenchel...

Der Fenchel - Foeniculum vulgare Mill.

blühender Fenchel

Die Pflanze
Ursprünglich war der Fenchel im Mittelmeergebiet beheimatet, heute findet man die Pflanze weit verbreitet in Europa, Asien, in Teilen Südamerikas und in Afrika. Drogenimporte kommen aus China, Rußland, Bulgarien, Ungarn und Ägypten.

Vom Fenchel werden zwei weitere Unterarten unterschieden: der scharf schmeckende Esels- oder Pfefferfenchel (ssp. piperitum) und der Gartenfenchel (ssp. vulgare). Vom Gartenfenchel existieren weiterhin drei Varietäten, der Gemüsefenchel (var. azoricum), der Süßfenchel (var. dulce) und der Bitterfenchel (var. vulgare).

Der Fenchel ist eine ein- bis mehrjährige, z. T. bis über 2 m hoch wachsende Pflanze mit meist fleischig verdickter Grundachse. Die Stängel sind oben verästelt und treiben Blattbüschel und Blütenstängel. Die kleinen, gelben Blüten sitzen in großen Dolden.

Der Gemüsefenchel ist meist einjährig und wird nur bis zu 50 cm hoch. Die Fenchelknolle wird vom unterirdischen Teil junger, fleischig verdickter Blattsprosse gebildet. Der Süßfenchel besitzt einen weichen, röhrigen Stängel und helle Früchte.

Der Bitterfenchel hat einen harten, mit Mark gefüllten Stängel und kleine, dunkle Früchte.

Medizinisch verwendet werden die an Fenchon reichen Früchte des Bitterfenchels und das daraus gewonnene ätherische Öl. Die Früchte des Süßfenchels werden als Gewürz verwendet.

Die Inhaltsstoffe
Das im ätherischen Öl des Bitterfenchels zu 50 - 70 % vorkommende trans-Anethol ist für den süßlichen, anisartigen Geschmack des Fenchels verantwortlich. Ihm wird auch die sekretolytische und spasmolytische Wirkung zugeschrieben. Das bitter schmeckende und campherartig riechende Fenchon gibt dem Fenchel die typische Note. Fenchon wirkt wachstumshemmend auf Bakterien und Pilze. In höherer Dosierung wirkt es zentral erregend, daher dürfen Fenchelzubereitungen mit hohem Fenchelgehalt (Fenchelöle) nicht Kleinkindern und Säuglingen verabreicht werden.

Das zum Anethol isomere Estragol (Methylchavicol) ist toxikologisch nicht unbedenklich, nach dem Arzneibuch geprüfte Drogen dürfen max. 5% dieser Substanz im Ölanteil aufweisen. Vor allem nach längerer Lagerung können aus dem Anethol die Dimere Dianethol und Dianisoin entstehen, die östrogenartig wirken.

Weitere Bestandteile der Fenchelfrüchte sind Terpene, Cumarine, Flavonoide, fettes Öl und Antioxidantien.

Wo kann der Fenchel helfen?
Medizinisch verwendete Sorten stammen ausschließlich aus Kulturen, da Wildsorten sich meist durch einen hohen Estragolgehalt auszeichnen.

Je nach Erntemethode werden beim Bitterfenchel zwei verschiedene Qualitäten unterschieden. Die "Kammware" zeichnet sich durch eine hohe Homogenität aus, da die Früchte jeweils zum optimalen Reifezeitpunkt mittels Spezialwerkzeugen ("Kämme") geerntet werden. Weniger aufwendig ist die Erntemethode des "Strohfenchels". Hier werden die Pflanzen nach dem Mähen in Bündeln nachgetrocknet und anschließen gedroschen.

Die Früchte des Bitterfenchels enthalten ein ätherisches Öl, das zu etwa 70% aus Anethol und 15% Fenchon, das für den bitteren Geschmack verantwortlich ist, besteht. Der Gehalt an Estragol (Methylchavicol) darf max. 5% betragen, da eine kanzerogene Wirkung der Substanz nicht ausgeschlossen werden kann. Ferner sind in den Früchten fettes Öl, Phenolcarbonsäuren, Cumarine, Flavonoide und antioxidativ wirkende Verbindungen enthalten.

Das ätherische Öl wirkt schleimlösend und Auswurf fördernd auf die Atemwege und hemmt ein bakterielles Keimwachstum. An den Verdauungsorganen wirkt es krampflösend und blähungstreibend. Daher werden Fencheltee und Fenchelhonig nicht nur wegen des angenehmen Geschmacks vor allem in der Kinderheilkunde zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Atemwegserkrankungen angewandt. Fenchelhonig wird aus Zusatz von Fenchelextrakten zu Honig hergestellt, es gibt aber auch Qualitäten, die nur einen Zusatz von Fenchelöl verwenden. Reines Fenchelöl sollte bei Säuglingen und Kleinkindern nicht angewendet werden (s. Hinweise)!

Für Tee werden1 - 2 Teelöffel Fenchelfrüchte (etwa 2 bis 5 g) werden zerquetscht, mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergossen und der Aufguss 10 bis 15 Minuten zugedeckt stehen gelassen. 2 bis 3 Mal täglich eine frisch zubereitete Tasse Tee warm zwischen den Mahlzeiten trinken. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann der Teeaufguss auch zum Verdünnen von Milch oder Breinahrung gegeben werden.

Fenchelfrüchte sind häufig Bestandteil von Mitteln gegen Husten, Magen- und Darmmitteln (Karminativa, Abführmittel) und in Milchbildungstees, welche die Milchbildung stillender Mütter fördern sollen, enthalten. Zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen der Atemwege wird bei Kindern gerne besagter Fenchelhonig eingesetzt. Auch gibt es viele Husten- und Halsbonbons mit Fenchel.

Das ätherische Öl verflüchtigt sich rasch in Teemischungen oder Filterbeuteln, wenn die Fenchelfrüchte bereits zerkleinert vorliegen. Man sollte daher entweder die Ganzdroge kurz vor der Zubereitung in einem Mörser anstoßen oder auf lösliche Instant-Tees zurückgreifen, denen das Öl mikroverkapselt zugesetzt wurde.

Worauf ist unbedingt zu achten?
Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Fenchel! Selten sind allergische Reaktionen auf Fenchel bekannt geworden. Personen mit Sellerieallergie können ebenfalls auf Fenchel reagieren.

Fenchelöl nicht bei Säuglingen oder Kleinkindern anwenden! Reines Fenchelöl kann auch bei Säuglingen und Kleinkindern akute Atemnot und Erregungszustände hervorrufen. Die Anwendung von Tee, Fenchelhonig oder Präparaten mit ähnlich niedrigem Gehalt an ätherischem Öl ist jedoch unbedenklich.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (www.bgvv.de) empfiehlt, Gewürze und Kräutertees, die Estragol und/oder Methyleugenol enthalten, nicht in größeren Mengen über längere Zeiträume einzunehmen. Dies gilt in besonderem Maße für Kinder und während Schwangerschaft und Stillzeit. Als Beispiele werden hier genannt: Estragon, Basilikum, Anis, Sternanis, Piment, Muskatnuss, Lemongras sowie Bitterfenchel- und Süßfenchelfrüchte.

Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche dauern oder immer wieder kehren, ist eine Rücksprache mit dem Arzt erforderlich. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist u.U. ein früher Arztbesuch ratsam.

Bild: Isolde Altersberger, Henriette Kress

Quelle: www.heilpflanzen-suchmaschine.de
© Mit freundlicher Genehmigung von HEXAL AG

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